Folgt man einem Beitrag bei Mario Sixtus, unsinnigerweise mit “Der beste Blondinenwitz ever” überschrieben, so kann man sich durch eine ganze Reihe von Blogeinträgen hangeln, die in die englischsprachige Blogospähre reichen und alle keinen nennenswerten Inhalt vorweisen können. Um so mehr mag man in solchen Situationen den im Beitrag enthaltenen Link klicken.
So verkettet sich Blog um Blog, was das eigentliche Phänomen ist. Ein wirklich kreativer Einfall, um neugierige Nutzer ins Nirvana zu schicken und ihm seine Neugier vorzuführen.
Als Eröffnungsartikel habe ich mich dazu entschlossen, ein wenig in den Abgründen des kreativen Denkens zu fischen und ein paar interessante Thesen aufzustellen. Forscht man ein wenig im Netz, so findet man eine Unzahl an Dokumenten, die sich mit dem Thema kreatives Denken befassen.
Ein besonders interessanter Text ist folgender: Psychologie der Kreativität
Funke beschreibt kreatives Denken als einen kognitiven Verarbeitungsprozess, der sich in mindestens 5 Stufen unterteilt:
Stufe 1: Vorbereitung
In der Vorbereitung findet eine intensive Auseinandersetzung der Person mit dem Aufgabengebiet statt.
Stufe 2: Inkubation
Durch die Vorbereitung wurde im Gehirn eine Grundlage geschaffen, die in der Inkubation unbewusst weitere Gehirnprozesse auslöst. Hierbei kommt es zu Abschwächungen von bestehenden assoziativen Verbindungen zwischen Ideen und Vorstellungen. Diese Verbindungen werden durch neu hinzukommende Informationen überlagert und verändert. Die Prozesse innerhalb des Gehirns können dabei nicht direkt beeinflusst werden (Funke: “Die in der Inkubationsphase ablaufenden Prozesse bleiben der kreativen Person unbewusst und können nicht aktiv beeinflusst werden.”).
Stufe 3: Einsicht
Die Phase der Einsicht beschreibt einen ungewissen Zeitpunkt, in dem eine rekombinierte Assoziation die Schwelle zum Bewusstsein der Person durchdringt. Die Person erlebt diesen Moment als sogenannten „Aha-Effekt“.
Stufe 4: Bewertung
Aufbauend auf der Einsicht wird die Idee in dieser Phase auf ihre Brauchbarkeit bewertet.
Stufe 5: Ausarbeitung
In dieser Phase findet ein Ausbau der entstandenen Ideen statt. Dabei kann ein Wechselspiel zwischen Stufe 4 und 5 entstehen.
Interessant erscheint mir hierbei die Stufe der Inkubation.
- Wenn die Prozesse im Gehirn nicht aktiv beeinflussbar sind, bedeutet dies, dass Kreativitätstechniken keinen direkten Einfluss auf das kreative Denken haben?
- Dienen kreative Techniken dann nur zur Darbietung interessanter Informationen?
- Wieviel Inkubation ist notwendig, damit brauchbare Ideen am Ende herauskommen?
- Sind langsam inkubierende Menschen nicht geeignet, an einer Ideenmaschine teilzunehmen?