Die Kreativitätsguerilla gratuliert der französischen Filmemacherin Claire Doutriaux die dieses Jahr für die Idee, Gestaltung und Realisierung der Kultursendung "Karambolage" den Grimme-Preis erhielt.

Wie Sie kennen Karambolage nicht? Nun was würde ein Deutscher tun, wenn er sich der Bedeutung eines Wortes nicht sicher ist? Richtig, er googlet oder schlägt in einem Lexikon nach. Da wir immer bemüht sind, auch neue Medien mit in unsere Beiträge einzubeziehen, haben wir einmal für Sie das Wort "Karambolage" nachgeschlagen:

So findet sich dann auch im Universa Lexikon 2000 Millenium (Unilex.de 2000) folgende Erklärung:

Karambolage, die (französisch)
  • Zusammenprall, Zusammenstoß.
  • Das Berühren der Spielbälle durch den Stoßball beim
    Billard.
  • Zusammenprall von mindestens zwei Spielern bei sportlichen Wettkämpfen.

"Ah", mag nun der ein oder andere sagen, "das ist doch die billige Billardvariante, wo das Geld nicht mehr für einen Billardtisch mit Löchern gereicht hat und einen die Freunde 13 Bälle stibizt haben, so das man gezwungen ist nur mit 3 Bällen zu spielen." Nun, Ihre Assoziation mag richtig sein, doch steht "Karambolage" auch für den Namen einer Kultursendung, die uns seit Januar 2004 die Besonderheiten französischer und deutscher Alltagskultur
aufzeigt.

Humorvoll und mit einer ganz besonderen Bildsprache schafft es "Karambolage", den Zuschauer für Dinge wie dem Stövchen und dem Klopapierhut zu begeistern. Man erfährt, dass ein Rendezvous nicht immer romantisch sein muss und erkennt immer mehr, wie gleich und doch fremd sich die französische und deutsche Kultur ist.

Da diese Sendung auf ARTE sowohl in Frankreich als auch in Deutschland ausgestrahlt wird, kommt es unweigerlich zu einem Zusammenstoß der Kulturen, der sogenannten Karambolage.

Was hat dies den nun mit Kreativität zu tun? Abgesehen davon, dass Wir die Umsetzung der Sendung schon als große kreative Leistung anerkennen, sehen wir in ihr auch eine Chance die Kreativität der Zuschauer zu verbessern. Durch die gelungene Umsetzung öffnet sie uns doch die Augen für Dinge, die uns sonst ganz normal erscheinen oder denen wir keine Beachtung zollen. Haben Sie sich den schon wirklich einmal gefragt, was diese Zahlen und Striche auf den gelben und roten Blechen an den Hauswänden wirklich bedeuten?

Man wird ermutigt, die Augen offen zu halten und Dinge zu hinterfragen. Das ist eine Grundlage, die ein kreatives Denken erst möglich macht.

Für uns stellt sich bei den vielen kleinen Unterschieden, die Deutsche und Franzosen aufzeigen, nur noch eine Frage:

Gibt es auch die kleinen Unterscheide zwischen Deutschland und Frankreich hinsichtlich ihrer Kreativität/créativité?

In diesem Zusammenhang bleibt uns nur eins zu sagen:

"EINSCHALTEN" (Arte, jeden Sonntag, 20 Uhr)