Hier gibt es nichts zu sehen!

Damit das Blog nicht völlig einschläft:

Warum gibt es in Deutschland keinen so kreativen Utensilienhersteller wie Fred & Friends?

Man schaue sich nur diese genialen Sachen an wie

u.v.m.

Ok, es artet etwas in Werbung aus. Es ist aber wirklich toll, was es dort alles gibt. Ein Blog gibt es auch. Leider sitzt die Firma im US-Bundesstaat Rhode Island und exportiert höchstens nach Kanada.

In seiner Mission, die kreativen Möglichkeiten bis aufs Letzte auszuschöpfen und so ultimative Ideen zu erdenken, stößt der kreative Guerillero oft an unsichtbare Mauern. Unbewusste Grenzen die — sei es aus Betriebsblindheit oder einfach, weil man nicht daran gedacht hat — verhindern, dass man kreativ in alle Richtungen denkt oder eine Aufgabenstellung in allen ihren Aspekten erfasst.

Kreativitätstechniken helfen, eingefahrene Denkweisen zu verlassen und in neue Richtungen zu blicken, somit also diese Grenzen zu überwinden. Doch auch diese stellen nicht sicher, dass man wirklich schon in alle Richtungen geblickt hat. Ein Hilfsmittel hierfür und somit eine praktische Ergänzung zu Kreativitäts­techniken und Problemanalysen sind die acht P’s. Diese klassifizieren alles Existente in acht Kategorien und können so als Checkliste dienen, um einerseits die Aufgabenstellung vollständig zu analysieren und andererseits in der Ideenfindung wirklich alle Bereiche einzubeziehen. Zur Veranschaulichung haben wir diese acht P’s zusammen mit zahlreichen Beispielfragen aufgelistet:

1. People

  • Wer ist beteiligt?
  • Wer ist Anbieter?
  • Wer ist Nutzer?
  • Wer wird dadurch beeinflusst (positiv/negativ/generell)?
  • Wer macht etwas damit?
  • Wer braucht es?
  • Was würden bestimmte Personen (Luke Skywalker, Angela Merkel) damit machen?

2. Places

  • Welche Orte sind einbezogen?
  • Wo findet es statt?
  • Wo wird es gebaut/gelagert/verkauft?
  • Wo wird es angewendet?
  • In welchen Ländern?
  • Würde es an ganz anderen Orten (Mond, Afrika, Wanne-Eickel) funktionieren? Wenn ja, wie?

3. Parts

  • Woraus besteht es?
  • Was sind die wichtigsten Teile?
  • Welche Teile könnte man auch weglassen?
  • Welche hinzufügen?
  • Womit ist es verbunden, wovon abhängig?

4. Processes

  • Welche Vorgänge oder Abläufe finden statt?
  • Was steht am Anfang, was am Ende?
  • Was muss passieren, was nicht unbedingt?
  • In welchem Prozess-Kontext steht es?
  • Wann passiert es?

5. Parameters

  • Welche Eigenschaften oder Merkmale gibt es?
  • Wie ist die Größe/Farbe/Form/Beschaffenheit?
  • Wie viele gibt es davon?

6. Policies

  • Welche Regeln gelten hier?
  • Was ist verboten?
  • Was darf ich oder jemand anders damit machen?

7. Purposes

  • Was ist der Zweck?
  • Was soll erreicht werden?
  • Warum ist das so? Warum nicht anders?

8. Problems

  • Welche Schwierigkeiten treten auf?
  • Welche Probleme sollten gelöst werden?

Quelle: Idea Engineering

Früher oder später kommen manche Menschen auf gleiche Ideen. Ob in diesem Fall Alkohol im Spiel war?

Verehrte Leser,

versetzen Sie sich bitte einmal in unsere Lage: Wir versuchen, aus dem Untergrund heraus einen Schlag gegen die regierende Militärjunta durchzuführen. Wir müssen dafür die Ziele bestimmen, eine Strategie zum Erreichen entwickeln und ausgestalten, Männer organisieren, bewaffnen und schließlich das Angedachte in die Tat umsetzen. Werfen wir nun einen näheren Blick auf den Strategieteil: Wir überlegen uns, wie wir genau vorgehen, um die gesteckten Ziele erreichen zu können. Dann nehmen wir heimlich kopiertes Kartenmaterial und zeichnen ein, wie wir unsere wenigen Ressourcen und Mitstreiter verteilen und voranbewegen. Gerne unter Zuhilfenahme von Stecknadeln und bunten Wollfäden. Dadurch wird das Ergebnis sehr anschaulich und es lässt sich leichter vermitteln.

Und jetzt kommt die Gretchenfrage: Wo, meinen Sie, steckt der wichtige kreative Anteil? Klar, das Ausgestalten fordert alle handwerkliche Kreativität. Wenn es gut gemacht ist, wird man bestimmt von seinen Kameraden bewundert für die kunstvolle Darstellung der Strategie. Gut, aber so richtig wichtig für das Erreichen der Ziele ist es nicht, oder? Da spielt ein anderer Part eine erheblich größere Rolle: Das Überlegen der Vorgehensweise, lange bevor man eine Karte hernimmt und darauf Linien einzeichnet. Gewiss, manchmal kommen einem beim Wollfädenziehen auch noch gute Ideen. Aber erst zu dem Zeitpunkt festzulegen, wie man überhaupt vorgeht, wäre fahrlässig, unprofessionell und wenig Erfolg versprechend.

Soweit ist das gut nachvollziehbar. Würde uns jemand eine Fortbildung verkaufen wollen, bei der man lernt, wie man richtig mit Stecknadeln und bunten Fäden umgeht, würden wir uns nur an den Kopf fassen. Wer ein solches Angebot annimmt, zeigt damit gleichzeitig, dass er von Untergrundkriegsführung ziemlich wenig Ahnung hat.

Kann uns jetzt mal jemand erklären, wieso es so viele Anbieter von Mind-Mapping-Kreativitätsseminaren gibt und warum die sich über Wasser halten können?

fragt sich
Ihre Kreativguerilla

Neu aufgenommen auf unserer Guerillero-Blogroll ist der Weblog von Ex-Apple-Macintosh-Entwickler Guy Kawasaki. Dieser ist mittlerweile nicht mehr bei Apple, sondern Venture Capitalist mit Fokus auf High-Tech-Unternehmen. In seinem sehr lesenswerten Weblog “How to change the World” beschäftigt er sich neben Themen wie Entreprenuership und Venture Capital sehr intensiv mit Kreativität und Innovation. Insbesondere die beiden folgenden Beiträge dürften von besonderem Interesse für jeden Kreativguerillero sein:

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